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Einleitung zum Thema
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Gast-Autor:

Dr. Frank Lechtenberg

Dr. Frank Lechtenberg

Dozent am Fachbereich Medienproduktion der Hochschule Ostwestfalen-Lippe

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Guter Ton mit Mikrofon (2/4)

Welche Mikrofontypen gibt es?

Grundsätzlich gibt es drei Mikrofontypen:

  • dynamische Mikrofone (Tauchspulenmikrofone)
  • Bändchenmikofone
  • Kondensatormikofone.

Dynamische Mikrofone

Das Prinzip:

Das dynamische Mikrofon funktioniert ähnlich wie ein Lautsprecher - nur umgekehrt. Wenn Du ein dynamisches Mikrofon an einen Kopfhörerausgang anschließt und (bitte ausschließlich) leises Audio abspielst, wirst Du alles hören können.

Konkret taucht bei dynamischen Mikrofonen eine Spule in ein dauerhaftes Magnetfeld ein. Diese Spule ist an der leichten Membran des Mikrofons befestigt. Sobald die Membran durch Schallwellen zur Bewegung angeregt wird, bewegt sich die Spule in diesem Magnetfeld und induziert eine kleine Spannung. Die Bewegung wird in elektrische Energie umgesetzt. Weil die Spule dabei in das Magnetfeld eintaucht, spricht man auch von einem Tauchspulenmikrofon.

Einsatzgebiet:

Dynamische Mikrofone sind sehr robust und wenig anfällig gegen Stöße oder widrige Wetterbedingungen. Sie benötigen keinerlei Spannungsversorgung und sind damit universell einsetzbar. Allerdings sind sie prinzipbedingt oft leiser als Kondensator-Mikrofone und weniger fein in der Auflösung hoher Töne (Ausnahmen bestätigen hier die Regel: teurere Exemplare ab etwa 400 Euro sind auch im Bereich der Hochtonauflösung sehr gut).

Neben klassischen Reportage-Einsätzen finden sich dynamische Mikrofone oft dort wieder, wo es laut ist: auf der Bühne oder im Studio bei der Schlagzeug- oder Gitarrenaufnahme.

Bändchenmikrofone

Prinzip:

Bei Bändchenmikrofonen schwingt ein feines Bändchen aus Aluminium zwischen zwei Permanent-Magneten. Auch hier wird eine Spannung induziert - wie beim Tauchspulenmikrofon (s.o.). Nur gibt es hier eben das feine, sehr leichte Bändchen - im Gegensatz zur eher trägen Kombination aus Spule und Membran.

Das Bändchen kann den Schallereignissen viel genauer folgen. Weil diese Bewegung aber so viel feiner ist, wird auch weniger Spannung induziert. Daher sind Bändchenmikrofone oft sehr leise. Die geringe Spannung wird mit Hilfe eines spezialisierten Trafos (Übertrager) auf ein höheres Spannungsniveau angehoben, bleibt aber trotzdem unterhalb des Pegels eines dynamischen Mikrofons. Darüber hinaus bedingt der Aufbau des Bändchens, dass die Richtcharakteristik immer eine Acht ist (s. Seite 3).

Einsatzgebiet:

Der Einsatz von Bändchenmikrofonen beschränkt sich fast ausschließlich auf Studio und Bühne, da es sehr empfindlich gegenüber mechanischen Einflüssen ist und oft auch sehr gute Mikrofon-Vorverstärker benötigt, die in mobilen Geräten kaum in entsprechender Qualität zu finden sind.

Kondensatormikrofone

Prinzip:

Kondensatormikrofone sind - wie der Name schon sagt - Kondensatoren mit ständig wechselnder Kapazität. Ein Kondensator besteht aus zwei gegenüber stehenden leitenden Platten, die eine elektrische Ladung speichern können.

In der Kapsel eines Kondensatormikrofons gibt es (meist) eine mit Gold bedampfte, leichte Kunststofffolie und eine massive Metallplatte, die in ganz geringem Abstand hinter der Membran angebracht ist. Wir reden hier von Mikrometern. Diese beiden bilden einen Kondensator und die Kapazität hängt davon ab, wie nah sich beide sind.

Trifft also Schallenergie auf die leitende Membran, dann wird sie in Richtung Metallplatte ausgelenkt. Der Abstand zwischen den beiden Bestandteilen des Kondensators ändert sich und damit auch die Kapazität. Das ist ein elektrisches Signal, das im Anschluß durch eine Elektronik so weit aufgepäppelt wird, dass die Ausgangsspannung und der Strom groß genug für einen Mikrofoneingang sind.

Kondensatormikrofone benötigen für diesen Vorgang Strom. Dieser wird entweder per Batterie oder über die Phantomspeisung geliefert. Achtet darauf, dass entweder Batterien oder eine Phantomspeisung zur Verfügung stehen!

Einsatzgebiet:

Kondensatormikrofone sind inzwischen sicher die meistverbreiteten Mikrofontypen. Sie lösen fein auf, sind auch wegen ihrer Elektronik recht laut und benötigen nicht mehr so viel Verstärkung im Mischpult oder Aufnahmegerät. Daher rauschen Aufnahmen mit Kondensatormikrofonen unter optimalen Bedingungen auch weniger als bei dynamischen Mikrofonen. Viele Studiomikrofone sind in Kondensatortechnik aufgebaut. Richtrohrmikrofone für den Filmbereich ebenfalls: sie nutzen die verwandte Elektret-Technologie.

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Die Richtcharakteristik
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Video-Tutorial: "Field Recording"
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