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Unsere Expertin:

Foto von Kerstin Zühlke, Maskenbildnerin

Kerstin Zühlke

Kerstin Zühlke ist freiberufliche Maskenbildnerin, Make-up-Artistin und Hairstylistin aus Dortmund.

Regelmäßig verschönert sie unsere Nachwuchs-Moderatoren bei nrwision-Aufzeichnungen. Im Interview verrät uns Kerstin Zühlke wertvolle Praxis-Tipps für kleine Geldbeutel, von denen Du bei Deiner nächsten TV-Produktion profitieren kannst.

Opens external link in new windowKerstin Zühlke bei XING

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Hilfe! Rotlicht!

Hilfe! Rotlicht!

Moderations-Workshop Teaserbild:Hilfe! Rotlicht!

In unserem Workshop hat WDR-Moderatorin und Coach Kerstin von der Linden Tipps für die ersten Schritte vor der Kamera verraten.

Die Maske beim Fernsehen

Profi-Tipps für das richtige Make-up

Wer als TV-Moderator oder Interview-Gast vor die Kamera tritt, möchte frisch und sympathisch wirken. Beim Fernsehen gibt es dafür professionelle Maskenbildner. Dank ihrer Ausbildung wissen sie, wie sie Make-up, Puder und Schminke vorteilhaft einsetzen.

Bei Hobby-Drehs im Amateur-Bereich und Produktionen von Medienprojekten fehlen oft das Know-How und die Mittel für einen professionelle Maske. Aber auch ohne Maskenbildner-Ausbildung kannst Du Moderatoren und Gesprächspartner für die Kamera vorbereiten.

Interview mit Kerstin Zühlke, Maskenbildnerin


Warum sollte ein TV-Moderator nicht ungeschminkt vor der Kamera stehen?

Wer sich vor der Kamera präsentiert, möchte ja entspannt, sympathisch und vor allem kompetent rüberkommen. Das Ziel der Maske ist es deshalb, die Haut so vorzubereiten, dass sie nicht glänzt oder fleckig aussieht. Man deckt mit Make-up nach Möglichkeit so ab, dass man ein einheitliches, schönes und relativ mattes Farbergebnis erzielt.

Foto: Moderatorin in der Maske - Lidschatten geschminkt

In Fernsehstudios wird viel Kunstlicht eingesetzt. Dort ist es besonders wichtig, dass der Farbton beim Make-up etwas pfirsichfarbener ausfällt, sonst sieht der Teint schnell fahl oder zu gelb aus. Im Tageslicht dagegen sollten Hautton und Make-up-Farbe so nah wie möglich beieinander liegen.

Weil der TV-Bildschirm nur zweidimensional und platt ist, versucht man beim Schminken auch, die Gesichtszüge mit Höhen und Tiefen sowie die Konturen durch betonende Akzente hervorzuheben.

Maske: Moderatorin mit Lockenwicklern und MaskenbildnerinIm Alltag schminken sich Frauen häufiger als Männer. Was sind denn die Haupt-Unterschiede, wenn Du Moderatorinnen und Moderatoren beim Fernsehen schminkst?

Es ist heute immer noch üblicher, Frauen geschminkt zu sehen als Männer. Bei Frauen darf man deshalb mehr Farbe einsetzen, indem man zum Beispiel die Augenfarbe stärker betont. Bei einem blauen Kleid könnte man so auch mal ein blaues Lid schminken.

Wenn man mal nachfragt, wäre man aber wohl erstaunt, wie viele Männer sich pflegen oder etwas abdecken. Die Idee ist bei beiden die gleiche: Es geht darum, zu unterstützen und zu verschönern, ohne dass man das Make-up zu offensichtlich sieht.



Welche Produkte braucht man auf jeden Fall – auch als Amateur?

Auf jeden Fall benötigt man ein Puder als Grundlage. Gepresstes Puder eignet sich gut, weil es auch auf ungeschminkter Haut haftet. Manche Puder enthalten auch Pigmentierung, die für Farbe im Gesicht sorgt. Das ist die schnellste Möglichkeit, um einen Farbausgleich zu schaffen.


Muss es immer spezielles Make-Up fürs Fernsehen sein – oder reichen handelsübliche Drogerie-Produkte aus?

Make-up-Auswahl der Maskenbildnerin in der Maske

Bei den ganz ganz günstigen Produkten aus der Drogerie bin ich mir unsicher, aber die mittelpreisigen ziehen eigentlich immer nach mit der Entwicklung. Wichtiger ist - wie schon erwähnt - der Farbton. Im Profi-Bereich gibt es dann noch spezielle Produkte für HD-Aufnahmen, die feiner verarbeitet sind. So sieht man die Puderkrümel bei hochauflösenden Nahaufnahmen nicht mehr auf der Haut. Auch Make-up auf Mineralienbasis, das auf der Haut mit dem Pinsel quasi verrieben wird, kommt immer öfter zum Einsatz.


Worauf sollte man beim Auftragen beachten?

Eigentlich kann man fast alles mit den Fingern auftragen: Man kann tupfen, kreisend streichen und reiben. Man kann aber auch alles mit einem kleinen Schwamm auftragen oder einen Foundation-Pinsel benutzen. Da muss jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln. Wichtig ist, alles so gleichmäßig wie möglich aufzutragen.

Blick in die Maske: Maskenbildnerin bei der Arbeit

Je mehr das Make-Up dabei der Natur nachempfunden ist, umso mehr fühlt sich ein Zuschauer positiv angesprochen. Dichte Wimpern erzeugen dann zusätzlich einen intensiven Blick, sowohl beim Mann als auch bei der Frau. Deshalb schminkt man zum Beispiel einen Lidstrich, der verdichtend wirkt, mehr oder weniger sichtbar aufgetragen, und legt das Auge ein, bzw. betont es mit einer Schattierung auf der Höhe der Lidfalte. Einen offenen Augenbrauen-Bogen und volle Lippen kann man ebenfalls schminktechnisch unterstützen.

Im Idealfall schafft man es, beide Gesichtshälften optisch auszugleichen. Ich versuche, immer auch ein frisches Strahlen zu erzeugen, zum Beispiel mit pfirsichfarbenem Rouge oder Bronzing-Puder. Damit muss man aber vor allem bei Studio-Aufnahmen vorsichtig sein, weil es häufig viele Schimmerpartikel enthält. Das Ergebnis soll jedenfalls gesund und positiv aussehen.


Was sind die größten Anfängerfehler bei ersten Schmink-Versuchen?

Ich habe eine Tochter im Teenager-Alter, die sich da auch gerade probiert. Gerade am Anfang sollte man das Make-up lieber nicht zu dick auftragen, sondern erst nur ein wenig auf die Hand nehmen und es dann öfter in kleinen Portionen auftragen - statt einmal zu viel. Das Ergebnis darf nicht fleckig sein.

Vor allem Rouge wird oft falsch gesetzt. Viele setzen Rouge dahin, wo man schon wieder einen hohen Wangenbogen sehen möchte. Dabei gehört Rouge als Frische-Kick dahin, wo die Wangen beim Lachen leuchten - also auf die höchsten Punkte - etwas am Stirnhaaransatz, auf das Lid und die Kinnspitze -, wo man das Rouge mit einem Pfirsich-, Rot- oder Pink-Ton kreisig aufträgt. Wenn man das Gesicht schmaler einlegen möchte, dann kann man es mit einem neutralen dunkleren Nudeton unterhalb des Wangenknochens und unter dem Kinn schattieren.

Rouge-Töne gibt es als Mousse, die mit dem Finger aufzutragen sind, oder in Puderform, so dass man einen größeren runden Pinsel zum Auftragen benutzen sollte. Bei Fremden ist der Pinsel immer die hygienischere Variante.


Und nach dem Dreh? Wie bekommt man die Maske wieder ab?

Wenn's schnell gehen soll, dann kann man Feuchttücher für Babys nutzen. Wichtig ist, dass man die Maske komplett wieder runterholt von der Haut. Dazu gehört Abschminkmilch bzw. etwas auf Fettbasis, vielleicht noch Seife, danach aber auf jeden Fall Gesichtswasser benutzen - zur Neutralisation, um auf der Haut wieder den richtigen pH-Wert herzustellen. Am Ende dann noch das Eincremen nicht vergessen, also: Pflege, Pflege, Pflege!

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neue kommentare.
  • [ 13.04.2018 ]
    Tinka
    "Lieber Manfred, eine super Sache! Die Musikszene im..."

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  • [ 13.04.2018 ]
    Sylvia Walter
    "Beste Hundeschule eeeeeveeeeer"

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Maskenbildnerin Kerstin Zühlke verrät Profi-Tipps fürs richtige Make-Up, die Dich vor der Kamera strahlen lassen!