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Medienrecht in der Praxis
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WICHTIG:
Medienrechtliche Fragen sind immer im jeweiligen Kontext zu betrachten. Die Antworten auf dieser Website können nur als Faustregeln für die journalistische Praxis dienen. Sie ersetzen keine Rechtsberatung.

Redaktion: Anna Behrend

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Was und wie darf ich berichten?

Medienrecht für Fernsehmacher (3/5)

Darf ich über jedes Thema berichten?

Prinzipiell ja. Entscheidend ist jedoch, WIE ich dies tue, also die Art der Umsetzung. Falsche Tatsachen darf man natürlich nie behaupten.

Darf ich überall recherchieren?

Ja, wenn es sich um einen öffentlichen Ort (z.B. Marktplatz) oder eine öffentlich zugängliche Veranstaltung (z.B. Pressekonferenz) handelt. In allen Räumlichkeiten gilt grundsätzlich das Hausrecht.

Darf ich berichten, wenn nur ein Verdacht besteht?

Grundsätzlich darf auch dann berichtet werden, wenn ein Verdacht noch nicht bewiesen ist. Hierbei muss ich aber besonders auf die journalistische Sorgfaltspflicht achten. Der Verdacht ist klar als solcher zu kennzeichnen, und der Beschuldigte muss die Möglichkeit zur Stellungnahme bekommen.

Darf ich immer identifizierend berichten?

Nein. Bei Kriminalberichterstattung darf - wenn überhaupt - nur beim Vorwurf schwerer Kriminalität (Raub, Mord, etc.) identifizierend berichtet werden.

Muss ich Interviews immer zur Autorisierung vorlegen?

Nein, nur wenn es im Vorfeld des Interviews zur Bedingung gemacht wurde. Auch Interview-Ausschnitte können ohne weiteres verwendet werden, sofern der Sinnzusammenhang korrekt wiedergegeben wird. Bei erheblichen Kürzungen oder Bearbeitungen kann eine Autorisierung jedoch ratsam sein.

Wie verbindlich sind Sperrfristen?

Rechtlich verbindlich sind diese Fristen nicht. Allerdings kann man sich natürlich durch die Nicht-Einhaltung der Fristen den Kontakt mit den Quellen / Informanten verderben.

Wann ist ein Beitrag Schleichwerbung?

Die Rechtsprechung ist hier etwas uneindeutig. Wenn Geld für die Platzierung eines Produkts in einer Sendung fließt, ist dies ein gutes Indiz dafür, dass es sich um Schleichwerbung handelt.

Werden Produkte in den Zusammenhang der Sendung (z.B. die Autos der Kommissare im Tatort) eingebunden, gilt dies im Allgemeinen noch nicht als Schleichwerbung. Diese Produkte dürfen jedoch im Beitrag nicht in besonders positiver Weise hervorgehoben oder beworben werden.

Markenvergleiche und Buchrezensionen sind zulässig, wenn eine kritische und ausgewogene Berichterstattung vorliegt. Auch über Firmen darf grundsätzlich berichtet werden, sofern hierbei nicht der Eindruck eines Imagefilms entsteht.

Sind Gewinnspiele im Bürgerfernsehen erlaubt?

Nein. Gewinnspiele und Teleshopping sind laut Landesmediengesetz grundsätzlich nicht zulässig.

Urheberrecht: Fremdes Bildmaterial
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