|tv-moderation|.

Über Fabian Witala:

Er ist ein Multitalent: Fabian Witala macht eigentlich eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton. Darüber hinaus hat er mit SchwarzBild ein Musikmagazin für die schwarze Szene entwickelt, das er auch noch selbst regelmäßig moderiert.

Hier erzählt er uns, wie er sein erstes Mal vor der Kamera erlebt hat.

mehr Erfahrungsberichte
zurück zur übersicht

SchwarzBild

SchwarzBild

Magazin für die schwarze Szene Teaserbild:SchwarzBild

"SchwarzBild" ist ein Musikmagazin für die schwarze Szene - mit Interviews, Berichten, Musik-Videos und Konzert-Ausschnitten.

Fabian Witala von "SchwarzBild"

Moderation: Mein erstes Mal

Fabian Witala als SchwarzBild-Moderator

Schon immer hatte es mich gereizt, mal mein eigenes Moderations-Ding vor der Kamera zu machen. Letztendlich durch meine Affinität für die Musik und die schwarze Szene, in der ich mich gern zu bewegen pflege, hatte ich mich oft aufgeregt, welche 08/15-Typen die für mich wichtigen Künstler interviewen. Ideenlos, ohne Liebe zum Detail und einfach "stumpf" - da wollte ich selbst immer ran, und durch meine Ausbildung zum Mediengestalter hatte ich 1.) das nötige Know-How und 2.) die technischen Möglichkeiten.

Für gewöhnlich war ich immer hinter der Kamera … Was also gilt es zu beachten? Die erste Gelegenheit war ein Interview für mein Format SchwarzBild mit der Band "Terminal Choice" aus Berlin (Szenegängern nicht unbekannt, ganz im Gegenteil. Dementsprechend nervös war ich auch.) Ich hatte mir Fragen überlegt - schon drei Tage davor. Diese hatte ich - so gut es ging - gekürzt und in Stichpunkten auf Moderationskarten gedruckt. Als Gimmick zu ihrem neuen Album, um das es u.a. ging, brachte ich meinen kleinen Plüsch-Sensenmann mit und wollte so kreativ und "halt mal anders" ins Gespräch einsteigen.

"Doch die Jungs hörten mir nicht zu."

Tja … Sense! Das Make-Up stand, wir waren vor einer Schar von Fans in der Konzerthalle, schüttelten "DEN Jungs" die Hand … alles schien perfekt. Die Technik stand, meine Kamerafrauen waren eingewiesen und hatten Ton und Bild unter Kontrolle. Die Band und ich waren platziert und bereit zum Dreh, dann ging es auch schon los. Doch die Jungs hörten mir nicht zu. Ich hatte teilweise mit gescherzt und teils verzweifelt versucht, sie zu überreden, endlich beginnen zu dürfen. Aber es war, als wenn sie mich ins offene Messer laufen lassen wollten.

Lag's an unserem jungen Alter? Lag's an der kleinen Truppe? An mir? Meiner Art zu sprechen? Fakt war: es schien aus den Fugen zu geraten. Als der Bassist der Band dann noch meinen Sensenmann erwischt hatte und dessen Motoren ins Laufen brachte (er singt und tanzt fürchterlich laut und kitschig^^), konnten wir gar nicht mehr aufzeichnen: Ton zu laut, alle am lachen - und ich saß da, und mir stieg die Schamesröte zu Kopf. Ich hatte keinen Bock mehr und fast schon besagtes "Pipi in den Augen". Jetzt aber aufzugeben - damit hätte ich mich erst recht blamiert.

"Dann werde ich eben auch so frech!"

Also kam mir nur eine Lösung in den Kopf: Wenn die ja alle so locker und gut drauf sind, dann werde ich eben auch so frech: "So, Jungs! Ihr habt zugesagt, ein Interview zu machen, und ihr habt den Ton-Check noch vor Euch. Ich lasse Euch nicht eher gehen, bevor ihr mir meine Fragen beantwortet habt. Geht alles von eurer Zeit ab!" - "Nee, nee ... kommt, Jungs. Er hat recht, wir müssen noch Einiges schaffen", meinte Frontmann Chris und räusperte sich. Die anderen wurden dann ebenfalls ruhig, und ich begann einfach zu quatschen. Es wurde ein sehr cooles und lockeres Gespräch. Wir scherzten rum, sprachen über ernste Themen … die ganze Palette war dabei. Sogar Kritik konnte ich äußern, ohne dass einer aufsprang. Mir wurde sogar zugestimmt.

Was habe ich daraus gelernt? So klischeehaft es sich anhören mag: Locker sein! Andere Menschen "riechen" förmlich die Unsicherheit. Sei es durch, Gestik, Mimik, Körpersprache: man merkt, man kann's ja mit einem machen - und schon könnte man verloren haben. Aber wenn man locker wird und sich drauf einlässt, vorbereitete Formulierungen fallen zu lassen und "auf eigene Faust" zu agieren (man ist ja immer noch ein Mensch, und keine erhobene Person mit Mikro in der Hand), dann klappt es. Ich würde ja fast sagen, das Ars****ch raushängen zu lassen ;-) - aber man will sich’s ja nicht zwangsläufig verscherzen mit denen. Man muss sich halt wichtig genug nehmen mit seiner Idee und seiner Rolle als Moderator. Schließlich sind wir es, die anderen die Chance geben, sich vor der Kamera zu öffnen und sich (wie auch immer) vor der Kamera darzustellen.

Den einzelnen Moderationen der Sendung SchwarzBild kann man entnehmen, dass ich mir besonders über die Locations Gedanken mache. Das ist irgendwie das Wichtigste für mich. Zunächst habe ich eine Grundidee der Sendung. Ein Leitmotiv. Zu den Anmoderationen, die ich für einzelne Beiträge geschrieben habe, setze ich mich dann hin und denke über eine Location nach, die passen könnte. Ich mache die Besichtigung und stelle fest, ob es geht oder nicht. Und so eitel es klingt, aber auch das Outfit und das Make-Up müssen dann stimmen. Diese bestimmen zwangsläufig den Look der Sendung.

"... auch mal 'ne Diva akzeptieren ..."

In der zweiten SchwarzBild-Ausgabe, bei einer Friedhofs-Moderation, hat es geschüttet wie aus Eimern. Ich war so unzufrieden, weil einfach alles nass war. Aber das sollte man sich dann nicht anmerken lassen. Wie eine Diva lief ich mit Schirm und Handtuch herum und musste mich auch gleichzeitig darum kümmern, dass mein Kamermann nicht nass wird. Aber das Make-Up musste stimmen ;-) Dass wir von Moderation zu Moderation nasser und pissiger wurden, merkt man der Sendung, denke ich, nicht an.

Also was wichtig ist: Idee und Texte! Diese müssen zu eurem Redefluss passen und ihr müsst diese beherrschen. Auf dass man DANN locker improvisieren kann und spontan ändern kann. Erst recht bei mehreren Wiederholungen für verschiedene Takes. Anhand dieser dann eine Location und ein Outfit finden. Habt ihr dann noch umgängliche Techniker, die auch mal 'ne Diva akzeptieren und mit euch kooperieren, macht's von Anfang an bis zum Ende des Tages einfach nur noch Spaß ;-)

weitere Moderatoren aus unserem Programm.

Teaserbild:Bärbel Elstrodt

Bärbel Elstrodt

"seniorama", Münster
Teaserbild:Severin Pick

Severin Pick

"backup - das technikmagazin"
Teaserbild:Greta Hamann

Greta Hamann

Journalistik-Studentin

tipps der woche.

lade
lade zufalls-tipp...


neue kommentare.
  • [ 13.04.2018 ]
    Tinka
    "Lieber Manfred, eine super Sache! Die Musikszene im..."

    sendung ansehen

  • [ 13.04.2018 ]
    Sylvia Walter
    "Beste Hundeschule eeeeeveeeeer"

    sendung ansehen


facebook.