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Carina Laßek

Ihre Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton macht Carina Laßek im Bürgerhaus Bennohaus in Münster, wo sie viele Erfahrungen sammelt. Einen Teil ihres Praxis-Wissens gibt sie in diesem Artikel weiter.

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Tipps für die O-Ton-Einstellung

Wie setzt Du Deinen Interviewpartner am besten ins Bild?

Das Thema ist gefunden, der Dreh geplant, Du bist auf dem Weg zum Interview – fehlt nur noch ein perfektes Interviewbild. Denn je nachdem wie Du die Kamera auf- und einstellt, ändert sich die Abbildung des Interviewpartners – das kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben.

Im Folgenden geben wir Dir kleine Tipps und Tricks, die z.B. Ärger beim Interviewpartner wegen einer "seltsam dick aussehenden Nase" verhindern können ;)

Grundsätzlich solltest Du nach Inspektion der örtlichen Gegebenheiten und Festlegen der Szenerie ("Wo will ich die Person in Szene setzen?") überlegen, wie das Bild gestaltet sein sollte: Ein klassisches, halbnahes Interviewbild mit einem unscharfen Hintergrund? Ein ausgefalleneres Bild, bei dem der Kreativität zunächst keine Grenzen gesetzt sind?

Weiterhin hängt der weitere Bildaufbau natürlich auch davon ab, wie viele Personen im Bild sind. Soll ein Reporter in Aktion im Bild sein? Oder nur eine Person? Nachdem du diese Fragen am besten schon vor dem Dreh geklärt hast, geht es nun weiter mit den örtlichen Gegebenheiten: Wie viel Platz hast du überhaupt?

Besonders der Abstand der Kamera zur abgebildeten Person wird am Anfang meist abgeschätzt: Häufig wirst Du eher dazu neigen, die Kamera nah an den Interviewpartner zu stellen, anstatt ein bisschen Abstand zwischen Kamera und Interviewpartner zu bringen. Um trotzdem die vorab festgelegte Einstellungsgröße zu halten, zoomst du wahrscheinlich noch etwas raus, um deine Person theoretisch richtig ins Bild zu setzen.

Genau hier passiert der erste beliebte Fehler: die Person wirkt in der Abbildung irgendwie unproportioniert. Aber warum ist das so?

Abbildung 1: Klick zum Vergrößern
O-Ton-Einstellung: falsch

Aus kameratechnischer Sicht geschieht folgendes: Als erstes hast Du eine sehr geringe Gegenstandsweite zum Objekt, Du stehst nah an der Person dran. Durch das Rauszoomen, um einen etwas weiteren Bildausschnitt zu erreichen, verringerst du die sogenannte Brennweite in den weitwinkligen Bereich.

Die Ursache in der verzerrten Abbildung liegt hauptsächlich an der Brennweite. Im weitwinkligen Bereich hast Du - wie der Name schon sagt - einen weiten Bildwinkel, mit dem du die Person abbildest. Damit so ein Bild überhaupt möglich ist, braucht es konvex geformte Linsen im Objektiv, also Sammellinsen. Dadurch, dass diese Linsen eine Wölbung nach außen haben, wird das ganze Bild verzerrt, besonders fällt das bei geraden Linien auf. Dieser Effekt tritt beispielsweise bei sogenannten Fish-Eye-Optiken im extremen Maß auf - eine Eigenschaft, die in diesem Zusammenhang sogar explizit gewünscht ist.

Durch die kurze Gegenstandsweite zum Objekt wird der oben beschriebene Effekt nur noch verstärkt, so dass das ganze Bild etwas verzerrt ist. Besonders fällt das im Gesicht der abgebildeten Person auf und lässt sie meistens etwas unvorteilhaft erscheinen. Ob das Deinen Interviewpartner wirklich glücklich macht?

Um diesen Effekt zu verhindern, musst Du also in die gegengesetzte Richtung arbeiten: Probiere die Gegenstandsweite so weit wie möglich zu vergrößern und zoome eher rein als weiter raus. Schon hier wird Dir auffallen, dass die Person viel realistischer und eben nicht mehr verzerrt aussieht.

Abbildung 2: Klick zum Vergrößern
O-Ton-Einstellung: richtig

Wenn du ein solches Bild einstellst, fällt Dir wahrscheinlich noch ein weiterer Unterschied im Bild auf: der unfokussierte Bereich wird unscharf, die sogenannte Schärfentiefe wird geringer.

Die Schärfentiefe ist von vielen Faktoren abhängig, grundsätzlich gilt jedoch: je weiter Du reinzoomst, desto kleiner wird diese. Das Bild teilt sich deutlich in einen scharfen und einen unscharfen Bereich auf. Um den Effekt noch zu verstärken, kannst Du außerdem gezielt mit der Blende arbeiten. Die Blende ist grundsätzlich dafür da, den Lichteinfall am Ende der Optik zum Sensor zu regulieren.

Vergleichen kann man das mit einem Tunnel: Ist der Durchmesser des Tunnels größer, desto mehr Licht kann hineinfallen, desto kleiner der Durchmesser ist, desto weniger Licht kann hineinfallen. Bei der Blende spricht man von sogenannten F-Werten: besteht der Blendenwert aus einer kleinen Zahl, ist diese weit geöffnet. Je größer die Zahl ist, desto kleiner ist die Öffnung. Die Schärfentiefe verstärkt sich im Zusammenhang mit der Blende dann, wenn die Blende weiter geschlossen wird.

Also: Ist Deine Blende weit offen, hast Du eine geringe Schärfentiefe. Ist sie weiter geschlossen, wird sie größer.

Insgesamt gilt also: Willst Du einen unscharfen Hintergrund im Interview haben, brauchst du eine geringe Schärfentiefe. Das bedeutet im Umkehrschluss: gehe lieber mit dem Stativ weiter weg, zoome weit rein und öffne die Blende möglichst weit, anstatt bei derselben Einstellungsgröße nah an die Person ranzugehen, weit rauszuzoomen und mit einer eher geschlossenen Blende zu arbeiten.

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