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Daniela Körner

Daniela Körner ist Journalistin und studiert an der TU Dortmund. Im Sommersemester 2015 hat sie die Programmredaktion von nrwision unterstützt.

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Sven Voss im Kurz-Interview

5 Fragen an den ZDF-Moderator

von Daniela Körner


Sven Voss präsentiert seit 2011 das "Aktuelle Sportstudio" im ZDF. Regelmäßig ist er auch bei großen Sport-Events als Moderator und Reporter im Einsatz. Außerdem stand er schon für die Kindernachrichten "logo!" sowie das MDR Fernsehen vor der Kamera.

Foto von Sven Voss, ZDF-Moderator

Im Kurz-Interview mit nrwision verrät Sven Voss, mit welchen Sport-Stars er gerne zusammengearbeitet hat, wie er mit persönlicher Kritik umgeht und was er angehenden Journalisten für die Fernsehkarriere empfiehlt.

5 Fragen an Sven Voss:


1. War es immer schon Ihr Traum, Moderator zu werden - oder sahen Ihre Berufswünsche als Kind bzw. als Jugendlicher ganz anders aus?

Als Kind wollte ich klassisch Pilot werden, wie mein Vater. Das hatte sich aber dann gegen Ende meiner Schulzeit verschoben - hin zu etwas, das mit Sport zu tun hat. Mein Leben bestand zu dem Zeitpunkt eigentlich nur aus Schule und Sport. Dreimal die Woche Basketball-Training, am Wochenende Punktspiel, dazu sonntags Tennis und dazwischen Sport im Fernsehen. Fußball, Basketball, Davis Cup - alles was die Satellitenschüssel hergab. Den Querverweis zum TV bekam ich dann durch ein Praktikum bei einem Regional-Fernsehsender in Koblenz. Dort machte ich erste Interviews, natürlich auf dem Fußballplatz oder in der Halle. Jetzt wusste ich, wo ich hinwollte. Zum Fernsehen, Fragen stellen, Beiträge machen. Irgendwie hat das ja auch ganz gut hingehauen.


2. Als Moderator des "Aktuellen Sportstudios" haben Sie vor allem unter Sportbegeisterten einen hohen Bekanntheitsgrad. Wie gehen Sie damit um?

Das mit der Bekanntheit ist relativ. Und meistens auch witzig, wenn man irgendwo ist und nach den Fußballergebnissen gefragt wird. Oft wollen Menschen auch wissen: "Wie ist denn der Sammer so privat?" Und ich find es interessant, dass von den Fernsehleuten die Nähe zu den Sportlern erwartet wird. Was Herr Sammer allerdings privat macht, erzählt er mir auch nicht.

Natürlich finden auch nicht alle gut, was man so macht. Da kommt auch mal jemand und sagt: "Das Interview mit XY fand ich doof" - auch damit muss man umgehen. Kritik muss sein und hilft zur Orientierung. Anonyme Kommentare im Internet spare ich mir allerdings. Das ist meistens einfach nur Gift.


3. Wie sehen Sie ihre Rolle als Moderator: Eher nur als Vermittler von Informationen? Und ist Sportjournalismus genau das, was Sie in Ihrem Leben ausfüllt neben Familie und Freunden?

"Vermittler von Informationen" trifft es schon gut. Ich frage das, was mich interessiert, und ich bin immer neugierig auf das, was der Sportler antwortet. Wenn darüber dann anschließend gesprochen und diskutiert wird, haben Moderator und Sportler alles richtig gemacht.

Ich gehe aber nicht auf "Teufel komm raus" in dieses Studio, um Schlagzeilen zu produzieren. Das muss sich ergeben, und wenn ein Gast Kontroverses und hoffentlich Neues von sich gibt, ist das für mich immer ein Zeichen, dass er sich in der Sendung wohl fühlt und bereit ist, sich zu öffnen. Aber es gibt auch gute Gespräche, über die am Montag danach nichts in der Zeitung zu finden ist.

In jedem Fall ist diese Arbeit mehr als nur ein Job. Sie nimmt schon einen sehr großen Teil meiner Zeit und auch meiner Gedanken ein.


4. Welche besonderen Erfahrungen haben Sie bislang als Moderator gemacht? Gab es besonders schöne oder auch weniger schöne Momente und Erlebnisse?

Ich durfte als Moderator und Reporter schon so oft dabei sein, wenn Siege gefeiert, Bestleistungen erzielt wurden. Es gab viele einzigartige Momente, die mir keiner mehr nehmen kann, und die ich als Teil meiner Berufserfahrung abgespeichert habe. Der Sieg der deutschen U21-Mannschaft 2009 in Schweden war so ein Erlebnis. Wir hatten sie durchs ganze Turnier begleitet, alle Spiele übertragen. Am Ende durften wir dann die Sieger-Interviews machen. Wir waren irgendwie auch ein mini-kleiner Teil des Erfolgs. Meine ersten Olympischen Winterspiele in Turin waren was Besonderes für mich, das Treffen mit Jürgen Klopp im Sportstudio war toll. Aber auch die Arbeit mit den unterschiedlichen Experten fürs ZDF: Jens Weißflog, Georg Hackl, Kim Kulig sind nur drei von vielen Ex-Sportlern, mit denen ich zusammenarbeiten durfte. Dafür bin ich dankbar.

Einen schwarzen Moment erlebte ich bei der WM 2014 in Brasilien. Beim Spiel "Italien gegen Uruguay" hat Suarez seinen Gegner Chiellini gebissen. Das Problem: Ich war zu diesem Zeitpunkt unterwegs von der Pressetribüne in die Interviewzone. Als gebissen wurde, steckte ich im Fahrstuhl. Unten angekommen fragte ich Suarez nur, warum Uruguay weitergekommen ist. Shit happens!


5. Als angehende Journalistin interessiert mich natürlich auch die Frage, wie man es schafft, TV-Moderator zu werden. Was sollte man mitbringen, wie kommt man dahin?

Es gibt nicht den EINEN Weg. Mein Weg dorthin war geprägt von vielen Zufällen und zufälligen Entscheidungen, die mich immer weiter gebracht haben. Auch der Zuspruch von wichtigen Menschen und Kollegen war wichtig, um nächste Schritte zu machen. Denn man kann noch so gut sein, noch so eine tolle Ausbildung haben: Wenn die entscheidenden Leute davon nichts wissen, kommst du nicht weiter.

Ich glaube, eine zu frühe Spezialisierung für ein bestimmtes journalistisches Ressort oder Medium ist nicht hilfreich. Erstmal Journalist werden, dann fürs Fernsehen und gegebenenfalls für den Traumjob Sportreporter entscheiden!

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Sven Voss moderiert seit 2011 das Aktuelle Sportstudio im ZDF. Über seine Rolle als TV-Moderator spricht er im Kurz-Interview.