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Stefanie Vollmann

Stefanie Vollmann

studiert Journalistik an der Technischen Universität Dortmund und war bereits als Programmredakteurin für nrwision im Einsatz.

Ihr Film Max Planer - Ein Leben. Zwei Träume. gehört zu den erfolgreichsten Beiträgen im nrwision-Programm.

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Von der Idee zur Doku

Interview mit Stefanie Vollmann, Journalistin und Filmemacherin aus Dortmund

Ihr Film hat alle Rekorde gebrochen: Stefanie Vollmann eroberte mit ihrer Dokumentation "Max Planer - Ein Leben. Zwei Träume." auf Anhieb unsere Video-Charts. Die Geschichte über einen ehrgeizigen Leistungsruderer, der parallel ein Journalistik-Studium stemmt, hat dank nrwision ein großes Publikum gefunden. Der Erfolg hat vor allem eine überrascht: Die Filmemacherin selbst!

"Ich wollte eben nichts dem Zufall überlassen"


Wie kamst Du auf die Idee, über Deinen Kommilitonen Maximilian einen Film zu drehen? Was hat Dich an seiner Geschichte gereizt?

Ich war und bin einfach fasziniert von Max' Ruhe. Er wechselt am Tag ständig zwischen Training und Uni und ist trotzdem die Ruhe selbst.

Er prahlt nicht mit seinem Stress und erst recht nicht mit seinem Erfolg, so wie es diese "Ich-kann-leider-nicht-mit-dir-plaudern-weil-ich-immer-im-Stress-bin"-Menschen tun.

Der straffe Zeitplan ist für ihn völlig normal, obwohl sein Alltag für die meisten anderen alles andere als normal ist. Zu erfahren, wie sich so ein Leben "normal" anfühlen kann, hat mich gereizt.


Wie bist Du dann an das Projekt herangegangen? Was hast Du Dir überlegt?

Mein Ziel war es, Max' Zwiespalt zwischen Leistungssport und Studium darzustellen. Der Fokus lag für mich nicht bei seinen bisherigen Erfolgen im Rudersport oder im Journalismus. Ich wollte sein Innenleben zeigen: Wie hält Max die Doppelbelastung aus? Ist er durch den Sport ein anderer Mensch geworden? Würde er manchmal gerne aus der Mühle aussteigen? Und vor allem: ist er glücklich?

Bevor das erste Video gedreht wurde, habe ich mich immer wieder lange mit Max unterhalten, ihm viele Fragen gestellt, viel zugehört, ihn kennengelernt. Bis ins kleinste Detail habe ich dann Drehorte und Zeiten mit Wetterberichten abgeglichen und eine ellenlange Technikliste aufgestellt. Ich wollte eben nichts - außer dem eigentlichen Geschehen - dem Zufall überlassen.


Welche Herausforderungen musstest Du bei der Produktion meistern? Was waren schwierige Momente?

Die größte Herausforderung habe ich mir von Beginn an selbst gesteckt: Ich wollte eine Dokumentation ohne Sprecher-Text, also nur mit Max' Worten machen. Diese Form von Dokumentation finde ich einfach noch authentischer und näher. Während des Interviews musste ich also sehr genau darauf achten, dass Max' Antworten "für sich" stehen können, also keine weitere Einordnung durch einen Sprecher brauchen.

Sehr schwierig wurde es dann im Schnitt, als ich die verschiedenen Antworten verbinden musste. Da ich keinen Sprechertext einbauen wollte, musste ich die bildlichen Ortswechsel irgendwie an Max' Worte anpassen - vom Rudern zum Campus-Sender eldoradio*, ins Auto, zum Seminar, zum Krafttraining, zur Party, ins Auto und wieder zurück zum Training. Zwischendurch habe ich nicht mehr daran geglaubt, die Verbindungen jemals hinzubekommen.

Außerdem hatten wir zwei andere Probleme:
1. Das Wetter. Der Kanal war während unserer Drehzeiten relativ lange zugefroren, was bedeutete: Kein Training im Ruderboot!
2. Die Technik: Während des Interviews ging der vorher voll geladene Akku meiner Kamera leer.

Zum Glück konnten wir die Kamera von nrwision-Azubi Gero als Ersatz nehmen. Leider sieht man aber einen Unterschied zwischen den Bildern der beiden Kameras. Fazit: Nie mehr ohne Zweit-Akku!


Und irgendwann war der Film fertig: Wie zufrieden bist Du selbst mit dem Ergebnis?

Natürlich gibt es die ein oder andere Sache, die man hätte besser machen können. Da fällt mir zum Beispiel die Interview-Einstellung, die für meinen Geschmack doch ein bisschen zu offen ist und zu wenig Tiefenschärfe hat. Oder die ein oder andere fehlende inhaltliche Einordnung für Zuschauern, die Max nicht kennen.

Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden mit dem Endergebnis, besonders mit manchen Kameraeinstellungen. Ich bin wirklich überrascht, dass alles so geklappt hat, wie es geplant war.

Ich bin froh, dass ich mich endlich getraut habe, selbst mit einer Spiegelreflex-Kamera zu drehen. Ich habe viel zu lange gedacht: „Ich kann das eh nicht“ - und dass ich mich als völliger Final-Cut-Anfänger alleine an den Videoschnitt gewagt habe und das auch mit ein paar Profi-Tipps von Gero hinbekommen habe. Mein Fazit: Einfach machen, nicht zu viel nachdenken, ob es überhaupt klappen könnte.

Funktioniert hätte das Projekt natürlich nicht ohne Max, der völlig unkompliziert alles ermöglicht hat und ehrlich in seinen Antworten war - und auch nicht ohne Gero, der mich technisch bei Bild und Ton sehr gut unterstützt hat und mein Ruhepol war. An dieser Stelle nochmal: "Danke, Gero" und "Danke, Max", dass ihr so spontan mitgemacht habt und so engagiert dabei wart.

Du wolltest den Film gerne landesweit bei nrwision ausstrahlen. Er ist in kurzer Zeit zum Riesen-Erfolg geworden – vor allem in der Mediathek. Wie fühlt sich das an?

Ich finde es ganz schön aufregend zu sehen, wie viele Menschen sich Max' Geschichte schon angeschaut haben. Ich freue mich, dass seine Geschichte von Selbstdisziplin für das eigene Glück jetzt ein wenig die Runde macht.

Kurz: Ich bin überrascht - und auch ein bisschen stolz.

pfeil

"Max Planer - Ein Leben. Zwei Träume."
zur Dokumentation in der Mediathek

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