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Autorin:

Nicole Ellrichmann

Nicole Ellrichmann

Als ausgebildete Mediengestalterin Bild und Ton unterstützt Nicole Ellrichmann unser Technik-Team. Auf dieser Seite berichtet sie von der Produktion ihres Abschlussfilms, den sie für die Mediengestalter-Prüfung erstellen musste.

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Mission Abschlussfilm

Tipps für Deine Filmproduktion von Nicole Ellrichmann

Mediengestalterin Nicole Ellrichmann an der Kamera

Wer eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton macht, muss für die Abschlussprüfung einen Kurzfilm oder einen Fernsehbeitrag produzieren. Kurzfilme müssen aber gut geplant sein, damit die Filmproduktion auch reibungslos klappt.

Unsere Mediengestalterin Nicole Ellrichmann hat 2014 ihren Abschlussfilm gedreht und ihre Prüfung erfolgreich bestanden. Hier berichtet sie von ihren Erfahrungen bei der Konzeption und Produktion und gibt Dir praktische Tipps für Dein Filmprojekt.

Den fertigen Kurzfilm "Picknick mit Oma" von Mediengestalterin Nicole Ellrichmann findest Du natürlich auch in unserer Mediathek.

Übrigens: Wir können auch Deine selbst produzierten Kurzfilme landesweit im Fernsehen ausstrahlen. Alle Infos gibt's auf unserer Mitmachen-Seite.

Frisch und motiviert ans Werk

Das Ende meiner Ausbildung – die große Abschlussprüfung. Hier fühlen die Prüfer allen angehenden Mediengestaltern Bild und Ton noch einmal richtig auf den fachlichen Zahn – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.

Als Teil der Prüfung musste auch ich einen Abschlussfilm produzieren. Für den Inhalt, die Planung und die Umsetzung ist jeder Prüfling komplett allein verantwortlich. Das bedeutet: Man darf sich nicht von Profis helfen lassen, sondern muss sich um die gesamte Filmproduktion selbst kümmern.

Na gut, eigentlich macht es mir ja Spaß, Kurzfilme oder Beiträge zu produzieren – sonst hätte ich mir eh den falschen Beruf ausgesucht. Also sollte dieser Film doch wohl zu schaffen sein - auch wenn das gewichtige Wort "Abschluss-…" davor hängt.

Ein paar Monate vor dem Abgabetermin habe ich einen offiziellen Brief vom Prüfungsausschuss bekommen. Darin standen drei Oberthemen zur Auswahl sowie die technischen und inhaltlichen Richtlinien für den Film – mit vielen kryptischen Formulierungen. Wenn man die aber erst mal entschlüsselt hat, kann man frisch und motiviert ans Werk gehen!

Die Qual der Wahl: "Wohnen heute", "Unerwarteter Besuch" oder "Dafür habe ich keine Zeit!" – zu einem dieser Themen mussten sich alle Mediengestalter in meinem Jahrgang ein Konzept ausdenken, egal ob erfunden oder real.

Bilder im Kopf

In einem Punkt war ich mir von Anfang an sicher: Ich wollte definitiv einen fiktiven Kurzfilm produzieren. Kein schwieriger dickköpfiger Protagonist, nach dem man sich richten muss, und keine unplanbaren Unsicherheiten vor Ort. Genau mein Ding!

Nicole Ellrichmann hat Bilder im Kopf

Die Themenwahl ging bei mir dann auch ganz schnell. Meine Erfahrung: Wenn du zu einem Thema direkt Bilder im Kopf hast, solltest du erst gar nicht über die anderen nachdenken. Ich hatte bei dem vorgegebenen Motto "Dafür habe ich keine Zeit" schon fast meinen ganzen Film vor Augen. Er brauchte jetzt nur noch ein passendes dramaturgisches Gerüst.

Hierfür ist es hilfreich, mit möglichst vielen Freunden, Bekannten und Kollegen über die Konzeptidee zu reden und zu sehen, wie sie ankommt: Ist die Geschichte verständlich? Ist sie interessant? Trägt sie über die geplanten 3 bis 4 Minuten oder ist sie sogar zu lang? Wenn Du anderen Deine Geschichte in voller Länge erzählst, wirst Du schnell feststellen, ob Du daran nochmal feilen musst.

Nachdem meine Geschichte und mein Handlungsbogen endlich Hand und Fuß hatten, ging es an den erforderlichen Schreibkram: Jeder Mediengestalter muss vor dem Dreh ein Exposé, Treatment und/oder Drehbuch verfassen – im Endeffekt vor allem für den Prüfungsausschuss, der Dein Konzept vor dem Dreh absegnen muss.

Alles für die Enkelin

Nebenbei musste ich außerdem noch die passenden Schauspieler suchen. Wo findet man solche Leute? Im Zweifelsfall im eigenen Bekanntenkreis. Wie überzeugt man zum Beispiel ein betagtes Ehepaar davon, in einem Kurzfilm mitzuspielen? Man fragt einfach die eigenen Großeltern. Die tun für ihre Enkelin meist alles. ;-)

Als Drehort brauchte ich neben dem Haus meiner Eltern (also eine richtige Familienproduktion^^) noch einen Friedhof … Tja, ruf mal bei einer Gemeinde an und sag den Verantwortlichen, dass Du auf ihrem Friedhof einen Kurzfilm drehen möchtest!

Frau am Telefon

Ich hatte mir extra eine Argumentation ausgedacht, um die nette Frau vom Gemeindebüro am Telefon zu überzeugen: Mein Film könne doch die Wichtigkeit von Friedhöfen als Verbindung zu verstorbenen Verwandten aufzeigen. Die Gedanken habe ich mir komplett umsonst gemacht: Sie wollte am Ende nur mein Konzept sehen, und dann hatte ich auch schon meine Drehgenehmigung in der Hand. Das war überraschend einfach!

Nun musste ich die gesamte Produktion bis ins Kleinste planen: Dafür musste ich zum Beispiel einen genauen Zeitplan, einen Drehplan, eine Technikliste, eine Stabliste und eine Kalkulation verfassen, um den Prüfungsausschuss von meinem Film zu überzeugen.

Mein Tipp: Wenn man vorher mal in Konzepte der Vorgänger guckt und sich an bewährte Formulierungen hält, ist auch das kein großes Problem. Es ist ja nicht verboten, sich Inspiration zu holen, solange man nicht einfach nur abschreibt.

Geistig und körperlich platt

Mit dem fertigen Konzept in der Hand sind der Dreh und der Schnitt dann vergleichsweise einfach gewesen. Lichtaufbau, Kamera, Ton, Schauspieler, Kulisse: Man muss am Set auf alles selbst achten und den Helfern klare Anweisungen geben. Das ist leichter, wenn man Kollegen und Freunde dabei hat, auf die man sich 100 % verlassen kann. Wenn dann auch noch alle motiviert sind und Spaß an der Produktion haben, läuft‘s fast von allein.

Kamerafrau nach dem Dreh müde und schläft

Während des Drehs hatte ich echt Angst, irgendetwas zu übersehen oder ein wichtiges Bild zu vergessen. Bei so viel Konzentration war ich am Abend nach dem Dreh geistig und körperlich platt!

Dass du definitiv etwas vergessen oder übersehen hast, merkst du dann spätestens im Schnitt. Wie wohl jeder Mediengestalter musste ich dann das Beste aus meinem Material machen. Der Rohschnitt steht ja immer relativ schnell, aber ich habe dann noch ganz oft Szenen umgeworfen, Musik geändert, neue Übergänge ausprobiert - nur um nach drei Stunden Arbeit festzustellen, dass es am Anfang eigentlich doch besser war. Wenn dann die Undo-Tastenkombination „STRG“ und „Z“ glüht und man an dem Punkt „besser wird‘s eh nicht mehr“ ist, hat man endlich seinen Abschlussfilm fertig.

Mein persönliches Fazit:

Für einen Abschlussfilm gibt es keinen Masterplan, der für alle Projekte gilt. Wichtig ist, dass Du Dich mit dem Thema wohlfühlst. Außerdem solltest Du mit Leuten sprechen und arbeiten, die Dich unterstützen und auf die Du Dich verlassen kannst.

Fernsehen ist Teamwork

Heute mit einigen Wochen Abstand weiß ich: Meine persönliche "Mission Abschlussfilm" konnte ich nur dank meiner Freunde und Kollegen so erfolgreich meistern. Und mit dem Abschlusszeugnis in der Hand stellt man dann auch fest, dass der fertige Film wohl doch nicht so schlecht geworden ist, wie man nach 1000 mal ansehen glaubt. ;-)

Den fertigen Kurzfilm "Picknick mit Oma" von Mediengestalterin Nicole Ellrichmann findest Du natürlich auch in unserer Mediathek.

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  • [ 13.04.2018 ]
    Sylvia Walter
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Mediengestalter und ihr Prüfungsfilm: Nicole Ellrichmann verrät, wie sie die Produktion am Ende ihrer Ausbildung gemeistert hat.